Unsere Geschichte

1950 zurück bis 1872

Da sich das alte Feuerwehrhaus als Verkehrshindernis erwies, wurde es 1926 durch einen Neubau an der Stelle ersetzt, wo heute der Gänselieselbrunnen steht. 1950 wurde es wiederum durch ein neues Feuerwehrgerätehaus im Anschluß an das Lagerhaus des Darlehenkassenvereins Pölling (Raiffeisenbank) abgelöst. 20 Jahre später verlegte die Freiwillige Feuerwehr ihren Stützpunkt in die Sportheimstraße. Von 1970 bis 1972 entstand hier das heute noch bestehende, allerdings 2000/2001 großzügig erweiterte Feuerwehrhaus.

Bild: Pölling Feuerwehr Vorgänger Übung
Unsere Vorgänger der FF Pölling bei einer Übung in der Bergstraße an der Einmündung Höllbachstraße

Bild: Feuerwehr Pölling Vorgänger 1902
Freiwillige Feuerwehr Pölling 1902

Zur planmäßigen Gründung Freiwilliger Feuerwehren als gemeindliche Institution kam es erst im Zuge der Bildung des Bayerischen Landesfeuerwehrverbands 1868. Er setzte sich zum Ziel, den Ausbau des öffentlichen Feuerlöschwesens mit behördlicher Unterstützung voranzutreiben. Zur Umsetzung kam dieses Ziel v. a. nach Ende des deutsch-französischen Kriegs 1870/71 bzw. nach der Reichsgründung während einer Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs. In diesem Zusammenhang ist auch die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Pölling zu sehen.

 

Auch wenn keine Gründungsurkunde und kein Protokoll einer Gründungsversammlung überliefert ist, kann davon ausgegangen werden, daß spätestens im Laufe des Jahres 1871 bzw. zu Beginn des Jahres 1872 die Freiwillige Feuerwehr Pölling gegründet wurde. Denn die Formierung einer entsprechend ausgebildeten Mannschaft war Voraussetzung dafür, daß die kostspielige Anschaffung einer Feuerlöschpumpe überhaupt sinnvoll zu rechtfertigen war. Am 17. Januar 1872 wurde zwischen der Gemeinde Pölling und der Maschinenfabrik Johann Wilhelm Engelhardt in Fürth ein Vertrag über den Ankauf einer handbetriebenen Pumpe, eines sog. Wergel, mit allem Zubehör geschlossen. Der Preis betrug stolze 795 Gulden. Der Pumpenkauf war über die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr hinaus gut vorbereitet: bereits 1871 war auf dem Gänseanger ein Feuerweiher angelegt worden, um während trockener Monate genügend Löschwasser zur Verfügung zu haben. 1872 wurde zusätzlich der Brunnen beim Urlbauer (Bergstr. 10) dorthin verlegt. Untergebracht war das neue technische Gerät in einem Requisitenhaus in der St.-Martin-Straße in der Nähe der Hauptstraße.
 

Am 6. Januar 1879 trat die Feuerwehr Pölling dem bayerischen Landesfeuerwehrverband bei.

 

Aus Überschüssen der Lokalmalzaufschlagkasse (Aufschlag auf die Biersteuer) konnten im Jahr 1893 ein zusätzlicher Wasserzubringer und 100 Meter Schlauch zum Preis von 500 Mark von der Firma Christian Braun in Nürnberg erworben werden.


In der Geschichte des Dorfes Pölling ist wiederholt von verheerenden Bränden im Zuge kriegerischer Unruhen die Rede. Im Verlauf des Landshuter Erbfolgekriegs wird der Ort 1504 abgebrannt. Der 30jährige Krieg (1618-1648) brachte nicht nur Zerstörung durch Raub und Brandschatzung, sondern verzögerte durch die gravierenden Bevölkerungsverluste auch den Wiederaufbau. Während des 18. Jahrhunderts wurde jene Generation aufs Neue in Angst und Schrecken versetzt: 1703 während des Spanischen Erbfolgekriegs, 1743/44 während des Österreichischen Erbfolgekriegs und zuletzt 1796 während der napoleonischen Kriege. Am 21. August 1796 wurde z. B. in Holzheim durch französische Soldaten ein Anwesen allein deshalb in Brand gesteckt, um ein weit sichtbares Zeichen für den Versammlungsort zu haben.

Zusammenstellung von Peter Zürcher und Johann Meier zum 125-jährigen Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Pölling 2004. Fortgeführt ab 2003 durch Marcus Mertl und Martin Rupp.